KÜNSTLER IM SALON
DONATO
STABILE
Roscigno · Cilento
SEINE BILDER
RIECHEN NACH ERDE.

Ich kenne Donato und seine Bilder schon lange.
Ich habe sie in seinem Atelier gesehen, in einem alten Kloster in Laurino, im Palazzo De Philippis in Bellosguardo. Dort habe ich übrigens auch meinen ersten Venere Spritz getrunken. Er ist bis heute unerreicht.
Einige seiner Bilder hängen längst bei mir in Hamburg.
Vielleicht sehe ich sie deshalb anders als Bilder, denen man nur in einer Ausstellung begegnet. Ich kenne sie hier und dort. Im Cilento und im Hamburger Alltag. Bei anderem Licht, zwischen anderen Dingen.
Und trotzdem erkenne ich Donato sofort.
Vielleicht an den Farben. An diesem Blau, dem Rot, dem Ocker, dem Schwarz. Vielleicht an der Jute, am Karton, an den Figuren, die manchmal aussehen, als hätten sie schon Geschichten gekannt, bevor Donato sie gemalt hat.
Oder es liegt an der Erde.


TERRA E CIELO
Erde und Himmel.
Dazwischen liegt bei Donato ziemlich viel.
Menschen und Tiere. Häuser, Felder und Wege. Zeichen und Erinnerungen.
Manches scheint uralt, manches beinahe kindlich. Einige Bilder erzählen sofort eine Geschichte. Andere haben offenbar beschlossen, sie für sich zu behalten.
Donato malt, zeichnet, fotografiert und schreibt.
Seine Arbeiten können leicht und beinahe heiter sein, dunkel und melancholisch, abstrakt oder voller Figuren.
Sie erklären das Cilento nicht.
Sie kommen daher.

ROSCIGNO
Donato kommt aus Roscigno.
Und Roscigno gibt es zweimal.
Roscigno Nuova, wo heute gelebt wird. Und Roscigno Vecchia, das alte Dorf, das verlassen wurde und trotzdem nicht verschwunden ist.
Donato ist diesem Ort seit Jahrzehnten künstlerisch verbunden. Er hat dort gearbeitet und ausgestellt. Landschaft, Erinnerung und die Spuren menschlichen Lebens tauchen in seinem Werk immer wieder auf.
Es wäre zu einfach zu sagen, Roscigno erkläre seine Bilder.
Aber wer einmal dort war, versteht vielleicht ein wenig besser, warum in ihnen Vergangenheit und Gegenwart so selbstverständlich nebeneinander existieren.
Und warum Landschaft bei Donato kein Panorama ist.
Sondern etwas, das in einem bleibt.


TERRAHAULIVIGRANO
Terra ha ulivi, grano.Die Erde trägt Olivenbäume und Korn.
Donato hat diese Wörter einmal zu einem einzigen gemacht – als Titel einer Ausstellung.
Ich mag dieses Wort.
Weil darin nichts Exotisches steckt. Keine Zitronenromantik, kein „dolce vita“, kein Süden als Sehnsuchtskulisse.
Erde wird bearbeitet.
Oliven werden geerntet.
Korn wird gesät.
Vielleicht riechen seine Bilder deshalb nach Erde.



Jute darf bei Donato Jute bleiben.
Karton darf seine Rippen zeigen.
Eine Oberfläche darf rau sein.
Das Material muss sich nicht fein machen, um Kunst zu werden.
ETWAS, DAS ES NICHT GIBT.
Donato hat seine Arbeit einmal als eine fortwährende Suche beschrieben.
Eine Suche nach etwas, das es nicht gibt.
Und vielleicht, sagt er, möchte er es gar nicht finden. Denn hätte er es gefunden, wäre die Suche vorbei.
Vielleicht ist das einer der schönsten Zugänge zu seinen Bildern.
Sie behaupten nicht, angekommen zu sein.
Sie suchen weiter.
DONATO IM SALON

Warum Donato im SALON BAUKUNST ist?
Darüber musste ich nicht lange nachdenken.
Seine Bilder begleiten mich seit Jahren. Ich kenne sie aus dem Cilento und von meinen eigenen Wänden in Hamburg.
Ich habe sie im Atelier gesehen, in einem Kloster, in einem Palazzo.
Jetzt sind sie auch hier.
DONATO STABILE
Roscigno · Cilento · Italia
Malerei · Zeichnung · Fotografie · Poesie

