KUNST · FOTOGRAFIE

Roland
Nagel.

Fotografie. Und was noch im Bild ist.

Roland sieht Dinge.

Das kann mitunter lästig sein.

Er ruft mich an und sagt mir erst einmal, was ihm auf meiner Internetseite aufgefallen ist.

Ein Text steht schief, obwohl er keinen Grund hat, schief zu stehen.

„Salonfähig“ gefällt ihm nicht.

Und mit einem Satz, von dem ich dachte, er sei ganz clever, hat er ebenfalls ein Problem.

Meistens hat er einen Punkt.

Das ist vermutlich kein Zufall.

Roland ist Fotograf.

Er schaut hin.

Vielschichtige fotografische Reflexion einer Landschaft mit Haus, Bäumen und Menschen
© Roland Nagel

Das Bild ist noch nicht fertig, nur weil man etwas erkennt.

Bei Roland kann ein Fisch irgendwann Muster werden.

Eine Pflanze Konstruktion.

Wasser Fläche.

Eine Spiegelung gleichzeitig Gegenwart und etwas, das gar nicht dort ist.

Und ein Mensch bleibt Mensch – bekommt aber plötzlich eine Geschichte, von der man nicht weiß, ob sie wirklich passiert.

Das interessiert mich.

Nicht die Frage, ob ein Foto schön ist.

Sondern ob danach noch etwas kommt.

Silbrig schimmernde Fische in einer rhythmischen Anordnung
© Roland Nagel
Nahaufnahme einer Agave mit grafisch wirkenden Blättern und Dornen
© Roland Nagel

„Wenn du etwas brauchst, sag Bescheid.“

Das war der eigentlich interessante Satz unseres Gesprächs.

Roland hat ein großes Archiv.

Menschen. Essen. Landschaft. Wasser. Pflanzen. Situationen. Dinge.

Wenn mir für den SALON ein Bild fehlt, kann ich ihn fragen.

Nicht:

„Hast du ein Foto von einem Glas Wein?“

Sondern vielleicht:

„Ich schreibe über Fiano.“

Und dann schauen wir, was in seinem Fundus liegt.

Manchmal ist das Bild längst da.

Blick von oben auf Meer, Brandung und einen einzelnen Menschen am Strand
© Roland Nagel

Nicht illustrieren.

Seine Fotografien sollen im SALON nicht einfach Texte bebildern.

Sie sollen etwas hinzufügen.

Eine zweite Spur.

Eine Irritation.

Einen Gedanken, den der Text allein nicht hatte.

Deshalb werden Rolands Bilder auch an anderen Stellen im SALON auftauchen.

Dort, wo sie etwas mit dem Text anfangen können.

Straßenmusiker vor einem Café mit aufmerksamen Gästen
© Roland Nagel

Deshalb wird diese Seite nicht Rolands Archiv.

Das hat er selbst.

Im SALON zeige ich meine Auswahl.

Die Bilder, bei denen ich hängenbleibe.

Und einige seiner Fotografien werden von hier aus an andere Stellen des SALONS wandern.

Zu einem Essen.

Zu einer Geschichte.

Zu einer Landschaft.

Vielleicht zu einem Text, der heute noch gar nicht geschrieben ist.

Rolands Fotografie bekommt im SALON keinen einzigen festen Platz.

Sie bekommt viele.

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Dort zeigt Roland seine eigenen Serien, Projekte und weiteren Arbeiten.

KURATIERT FÜR RÄUME.

Wo ich es
hinhängen würde.

Vielschichtige fotografische Reflexion einer Landschaft mit Haus, Bäumen und MenschenREFLEXION
WO
Wohnzimmer oder Flur.
WARUM
Weil man nicht sofort fertig damit ist.
Silbrig schimmernde Fische in einer rhythmischen, nahezu abstrakten AnordnungFISCHE
WO
Küche oder Essbereich.
WARUM
Nicht wegen Fisch. Wegen Rhythmus, Oberfläche und dieser merkwürdigen Schönheit.
Nahaufnahme einer Agave mit grafisch wirkenden Blättern und DornenAGAVE
WO
Arbeitszimmer oder eine sehr ruhige Wohnzimmerwand.
WARUM
Weil sie fast schon konstruiert wirkt. Mehr Architektur als Pflanze.
Blick von oben auf Meer, Brandung und einen einzelnen Menschen am StrandMEER
WO
Groß ins Wohnzimmer.
WARUM
Weil das Bild Weite braucht und sich nicht zwischen andere Bilder quetschen lassen sollte.
Schwarzweißfotografie eines Straßenmusikers vor einem Café mit aufmerksamen GästenSTRASSENMUSIK
WO
Küche, Esszimmer oder ein Raum, in dem Menschen zusammenkommen.
WARUM
Weil das Bild selbst schon Gesellschaft ist.