HAUSWISSEN · 01
Was kostet eine Sanierung
in Italien wirklich?
Die kurze Antwort: Es kommt darauf an, was Sie tatsächlich mit dem Haus vorhaben.
Quadratmeterpreise sind verführerisch. Sie wirken klar, vergleichbar und ordentlich.
Ein altes Haus funktioniert nur leider selten ordentlich.
Ein Gebäude mit 140 m² kann 40.000 Euro kosten oder 250.000 Euro Sanierungsbedarf haben. Ein anderes Haus gleicher Größe braucht vielleicht nur Farbe, ein neues Bad und eine vernünftige Küche.
Jetzt muss das Haus auf den Tisch: Dach, Tragwerk, Feuchtigkeit, Fenster, Haustechnik, Oberflächen.
VIER GROBE GRÖSSENORDNUNGEN.
Eine erste Orientierung.
Auffrischen.
ca. 150–400 €/m²Das Haus funktioniert grundsätzlich.
Es geht um Farbe, Oberflächen, Beleuchtung, vielleicht neue Böden oder einzelne Einbauten.
Keine grundlegenden Arbeiten an Technik oder Tragwerk.
Das ist die schöne Variante.
Komplett modernisieren.
ca. 800–1.500 €/m²Jetzt wird es ernsthafter.
Neue Bäder, neue Küche, Elektro und Sanitär, Heizung, Fenster und Böden.
Das Haus bleibt im Wesentlichen, wie es ist, wird technisch aber auf einen vernünftigen Stand gebracht.
Größer umbauen.
ca. 1.500–2.500 €/m²Hier verändern wir nicht mehr nur Oberflächen.
Grundrisse werden geändert, tragende Wände geöffnet, Bauteile verstärkt oder das Dach erneuert.
Spätestens hier gehören Tragwerksplanung und eine sorgfältige Genehmigungsplanung selbstverständlich dazu.
Ruine wieder zum Haus machen.
ca. 2.000–3.500 €/m² und mehrNeue Decken, neues Dach, Tragwerk, komplette Haustechnik, Fenster, Ausbau.
Bei denkmalgeschützten oder besonders sensiblen Gebäuden kann es auch deutlich darüber liegen.
Das romantische Steinhaus für sehr wenig Geld ist deshalb nicht automatisch das günstige Haus.
Manchmal ist das unspektakuläre Haus für 70.000 Euro am Ende wesentlich billiger als die Ruine für 20.000 Euro.
Aber ich rechne trotzdem nicht einfach mit Quadratmetern.
Für eine erste Orientierung sind diese Zahlen nützlich.
Für eine Entscheidung reichen sie nicht.
Ich zerlege ein Projekt lieber in konkrete Maßnahmenpakete.
Zum Beispiel:
Das bestehende Wohnhaus.
Was funktioniert bereits?
Was soll nur schöner werden?
Wo genügt Farbe, Licht und eine andere Möblierung?
Und wo muss tatsächlich gebaut werden?
Neue Wohnfläche.
Ein Keller, eine Cantina oder ein bisher anders genutztes Geschoss kann enormes Potenzial haben.
Aber bevor daraus ein Schlafzimmer oder eine Gästewohnung wird, muss geklärt werden:
Ist Wohnnutzung überhaupt zulässig?
Sind Raumhöhe, Belichtung und Belüftung ausreichend?
Brauchen wir größere oder zusätzliche Fenster?
Was bedeutet das für Heizung, Sanitär und Elektro?
Die Außenanlagen.
Terrasse, Pergola, Außenküche und Pool sind ein eigenes Projekt.
Sie sollten deshalb auch als solches kalkuliert werden und nicht irgendwo in einem Quadratmeterpreis für das Haus verschwinden.
Planung und Nebenkosten.
Auch sie gehören zum tatsächlichen Projektbudget:
Architektur und Genehmigungsplanung, gegebenenfalls Statik und Energiefachplanung, Vermessung, kommunale Gebühren, mögliche Baukostenbeiträge, Sicherheitskoordination und die detaillierte Kostenberechnung.
DER KAUFPREIS IST NICHT DER PREIS DES HAUSES.
60.000 Euro.
Ein Haus kostet 60.000 Euro.
Das klingt zunächst günstig.
Dann kommen vielleicht hinzu:
- Modernisierung des vorhandenen Wohnbereichs
- Umbau eines zweiten Geschosses zu Wohnraum
- neue Fenster
- Haustechnik
- Terrasse
- Pool
- Planung und Genehmigungen
Aus einem 60.000-Euro-Haus wird dann vielleicht ein Projekt von 150.000 oder 200.000 Euro.
Das kann trotzdem ein hervorragender Kauf sein.
Man sollte es nur vorher wissen.DESHALB: ERST DAS HAUS LESEN.
Bevor ich einen Quadratmeterpreis nenne, möchte ich wissen:
Was ist vorhanden?
Was ist legal vorhanden?
Was muss technisch gemacht werden?
Was möchten Sie verändern?
Was davon ist genehmigungsfähig?
Und was soll dieses Haus am Ende können?
Erst dann entsteht aus einem Kaufpreis ein realistisches Projektbudget.
20.000 Euro können teuer werden. 70.000 Euro können sich rechnen.Entscheidend ist, was zwischen Kauf und fertigem Zuhause passiert.

